Hodenkrebs ist ein bösartiger Tumor des Hodens. Er gehört insgesamt zu den seltenen Krebserkrankungen, ist jedoch die häufigste Krebserkrankung bei jungen Männern zwischen etwa 20 und 40 Jahren. Die wichtigste Botschaft lautet: Jede neu aufgetretene Verhärtung, jeder tastbare Knoten und jede Grössenzunahme eines Hodens sollte zeitnah urologisch abgeklärt werden – Hodenkrebs verursacht anfangs häufig keine Schmerzen, weshalb eine schmerzlose Veränderung nicht über Wochen beobachtet oder verdrängt werden sollte. Zugleich gehört Hodenkrebs zu den am besten heilbaren Krebserkrankungen: Wird er früh erkannt, liegen die Heilungschancen bei nahezu 100 Prozent, und auch wenn bereits Lymphknoten oder andere Organe betroffen sind, kann die Erkrankung häufig noch vollständig geheilt werden. In der Schweiz erkranken jährlich rund 480 Männer an Hodenkrebs, im mittleren Alter von etwa 38 Jahren – damit unterscheidet sich Hodenkrebs deutlich von den meisten anderen Tumorerkrankungen, die überwiegend ältere Menschen betreffen.
Seminom und Nicht-Seminom
Die meisten Hodentumoren entstehen aus den Keimzellen, aus denen normalerweise die Samenzellen hervorgehen. Diese Keimzelltumoren werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt, deren Behandlung und Nachsorge sich teilweise unterscheiden.
Das Seminom besteht aus einer bestimmten Form entarteter Keimzellen und tritt meistens etwas später auf als das Nicht-Seminom, häufig zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr. Seminome wachsen häufig etwas langsamer und reagieren besonders empfindlich auf eine Chemotherapie und grundsätzlich auch auf eine Strahlentherapie, die heute wegen möglicher langfristiger Nebenwirkungen jedoch wesentlich zurückhaltender eingesetzt wird als früher. Bei einem reinen Seminom kann der Tumormarker Alpha-Fetoprotein (AFP) durch den Tumor nicht erhöht sein; ist AFP eindeutig erhöht, muss deshalb von einem nicht-seminomatösen Tumoranteil ausgegangen werden.
Das Nicht-Seminom fasst verschiedene Keimzelltumoren zusammen: embryonales Karzinom, Dottersacktumor, Chorionkarzinom, Teratom und gemischte Keimzelltumoren. Sobald neben einem Seminom auch ein nicht-seminomatöser Anteil vorhanden ist, wird der Tumor insgesamt wie ein Nicht-Seminom behandelt. Nicht-Seminome treten häufig bei jüngeren Männern auf und können teilweise schneller wachsen oder frühzeitig in Lymphknoten und andere Organe streuen, sprechen aber meistens ebenfalls sehr gut auf eine cisplatinhaltige Chemotherapie an.
Warnzeichen: welche Veränderungen auffallen sollten
Hodenkrebs zeigt sich meistens durch eine schmerzlose Veränderung eines Hodens: eine neu aufgetretene Verhärtung, ein tastbarer Knoten, eine Grössenzunahme, eine Veränderung der Form oder Oberfläche, ein ungewöhnliches Schweregefühl auf einer Seite, ein Ziehen oder Druckgefühl im Hoden oder in der Leiste, eine neu aufgetretene Flüssigkeitsansammlung im Hodensack, eine auffällige Veränderung der Konsistenz, eine Verkleinerung eines Hodens oder anhaltende, ungeklärte Hodenschmerzen. Schmerzen schliessen einen Hodentumor nicht aus – bei einem Teil der Patienten bestehen Druckempfindlichkeit oder Beschwerden, die zunächst wie eine Entzündung erscheinen können. Nicht jeder Knoten im Hodensack ist Hodenkrebs; häufig handelt es sich etwa um eine Nebenhodenzyste, eine Flüssigkeitsansammlung, erweiterte Venen oder eine Entzündung, was sich durch eine Ultraschalluntersuchung meistens rasch klären lässt.
Plötzliche starke Hodenschmerzen sind ein Notfall. Treten plötzlich starke Schmerzen, eine Schwellung oder ein Hochstand des Hodens auf, muss unverzüglich eine Notfallstation oder eine urologische Praxis aufgesucht werden. Ursache kann eine Hodentorsion sein, bei der sich der Samenstrang verdreht und die Blutversorgung des Hodens unterbricht – sie muss innerhalb weniger Stunden operativ behandelt werden.
Ungewöhnliche Beschwerden ausserhalb des Hodens. Hodenkrebs kann gelegentlich Beschwerden verursachen, die scheinbar nichts mit dem Hoden zu tun haben: neu auftretendes Wachstum der männlichen Brust, eine schmerzhafte Schwellung des Brustdrüsengewebes, anhaltende Rücken- oder Bauchschmerzen, Husten oder Atemnot, unerklärlicher Gewichtsverlust, ausgeprägte Müdigkeit oder Schwellungen im Halsbereich. Eine neu auftretende Gynäkomastie (Vergrösserung des männlichen Brustdrüsengewebes) kann selten durch das vom Tumor gebildete Hormon β-hCG verursacht werden – meistens hat sie andere, gutartige oder hormonelle Ursachen, sollte bei jungen Männern aber dennoch ärztlich abgeklärt werden, insbesondere bei gleichzeitiger Veränderung eines Hodens. Auch Rücken- oder Bauchschmerzen haben meistens andere Ursachen, können bei einem Hodentumor jedoch durch vergrösserte Lymphknoten im hinteren Bauchraum entstehen.
Bitte kommen Sie zur urologischen Untersuchung, wenn Sie an einem Hoden eine neue Verhärtung, einen Knoten, eine Grössenzunahme oder eine andere ungewöhnliche Veränderung bemerken – auch wenn die Veränderung nicht schmerzt, Sie sich ansonsten vollständig gesund fühlen, sie nur klein ist, Sie unsicher sind, ob Sie lediglich den Nebenhoden ertasten, Ihnen die Untersuchung unangenehm ist, oder Sie ausserhalb des Hodens Veränderungen wie ein Brustwachstum feststellen. Eine Untersuchung ist unkompliziert, schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten; lieber wird eine harmlose Veränderung einmal zu viel kontrolliert, als ein behandlungsbedürftiger Befund über längere Zeit übersehen.
Vorsorge und Selbstuntersuchung
Für Männer ohne Beschwerden und ohne besondere Risikofaktoren besteht kein etabliertes Früherkennungsprogramm mit regelmässigen Ultraschall- oder Blutuntersuchungen; auch Tumormarker eignen sich nicht als allgemeiner Vorsorgetest, da sie bei vielen frühen Hodentumoren normal bleiben können. Junge Männer sollten ihren Körper dennoch kennen und auf Veränderungen der Hoden achten. Eine gelegentliche Selbstuntersuchung, beispielsweise nach einer warmen Dusche, kann helfen, neue Veränderungen früh wahrzunehmen: Dabei wird jeder Hoden einzeln vorsichtig zwischen Daumen und Fingern abgetastet. Die Hoden sind normalerweise glatt und von gleichmässig fester, aber nicht steinharter Konsistenz; es ist normal, dass ein Hoden etwas tiefer hängt oder geringfügig grösser ist als der andere, und an der Rückseite lässt sich der weichere Nebenhoden als längliche Struktur ertasten. Entscheidend ist nicht, dass beide Hoden vollkommen gleich sind, sondern ob sich gegenüber früher etwas neu verändert hat. Eine Selbstuntersuchung ersetzt bei einem auffälligen Befund niemals die ärztliche Untersuchung und den Ultraschall.
Risikofaktoren
Die genaue Ursache eines Hodentumors lässt sich bei der einzelnen Person meistens nicht feststellen, und viele Betroffene haben keinen erkennbaren Risikofaktor. Das Erkrankungsrisiko ist insbesondere erhöht bei einem angeborenen Hodenhochstand (auch wenn dieser später operiert wurde), einem früheren Hodentumor, Hodenkrebs bei einem Bruder oder Vater, einem deutlich verkleinerten oder fehlentwickelten Hoden, bestimmten Störungen der Hodenentwicklung, einer bereits nachgewiesenen Keimzellneoplasie in situ sowie möglicherweise eingeschränkter Fruchtbarkeit oder auffälliger Samenqualität. Ein vorausgegangener Stoss oder eine Sportverletzung verursacht keinen Hodenkrebs – häufig führt ein solches Ereignis jedoch dazu, dass ein bereits vorhandener Knoten erstmals bemerkt wird. Auch eine Vasektomie, sexuelle Aktivität oder Selbstbefriedigung erhöhen das Hodenkrebsrisiko nicht.
Diagnostik
Bei einer auffälligen Veränderung erfolgt zunächst eine körperliche Untersuchung beider Hoden, anschliessend eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung. Damit lässt sich meistens zuverlässig feststellen, ob eine Veränderung im Hoden oder ausserhalb liegt, flüssig oder fest ist, gutartig oder tumorverdächtig erscheint, eine auffällige Durchblutung aufweist und einen oder mehrere Bereiche betrifft; grundsätzlich werden beide Hoden untersucht.
Tumormarker im Blut. Bei Verdacht auf einen Hodentumor werden vor der Operation Alpha-Fetoprotein (AFP), Beta-humanes Choriongonadotropin (β-hCG) und Laktatdehydrogenase (LDH) bestimmt. Diese Tumormarker unterstützen die Einteilung und Stadienbestimmung, helfen nach der Operation bei der Beurteilung des Behandlungserfolgs und werden teilweise auch in der Nachsorge kontrolliert. Normale Tumormarker schliessen einen Hodentumor jedoch nicht aus – insbesondere bei einem frühen Seminom können sämtliche Werte normal sein.
Bildgebung. Bestätigt sich der Verdacht auf Hodenkrebs, erfolgt in der Regel eine Computertomographie von Brustkorb, Bauch und Becken, um zu untersuchen, ob Lymphknoten oder andere Organe betroffen sind. In ausgewählten Situationen kann stattdessen oder ergänzend eine Magnetresonanztomographie notwendig sein.
Wie wird die Diagnose gesichert? Bei einem eindeutig tumorverdächtigen Befund wird normalerweise keine Nadelbiopsie durch die Haut des Hodensacks vorgenommen. Die Standardbehandlung ist die operative Freilegung des Hodens über einen kleinen Schnitt in der Leiste, wobei der betroffene Hoden zusammen mit dem Samenstrang entfernt wird (inguinale Orchiektomie). Das Gewebe wird anschliessend sorgfältig feingeweblich untersucht – erst dadurch lässt sich sicher feststellen, ob ein Seminom, ein Nicht-Seminom oder ein anderer, seltener Hodentumor vorliegt. In besonderen Situationen, etwa bei einem kleinen, möglicherweise gutartigen Tumor, einem Einzelhoden oder beidseitigen Tumoren, kann in einem spezialisierten Zentrum eine hodenerhaltende Operation geprüft werden; bei einem typischen Keimzelltumor ist dies jedoch nicht das Standardverfahren.
Fruchtbarkeit, Hormonfunktion und die Hodenentfernung
Hodenkrebs betrifft häufig junge Männer, deren Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Bereits die Erkrankung selbst kann die Samenqualität beeinträchtigen, und auch die Entfernung des betroffenen Hodens sowie insbesondere eine möglicherweise notwendige Chemotherapie können die spätere Zeugungsfähigkeit vermindern – deshalb besprechen wir dieses Thema bereits vor der Operation. Wir kontrollieren die Testosteronwerte, um die hormonelle Ausgangssituation zu dokumentieren, und können abhängig von der individuellen Situation ergänzend weitere Hormonwerte bestimmen. Bei jungen Patienten und insbesondere bei noch nicht abgeschlossener Familienplanung veranlassen wir vor der Hodenentfernung eine dringliche Vorstellung in einem Kinderwunschzentrum zur Kryokonservierung von Spermien, bei der Samenzellen gewonnen, eingefroren und für einen möglichen späteren Kinderwunsch aufbewahrt werden. Diese Möglichkeit sollte auch dann besprochen werden, wenn aktuell noch kein konkreter Kinderwunsch besteht – die notwendige Tumorbehandlung darf dadurch jedoch nicht medizinisch relevant verzögert werden. Bei einem gesunden zweiten Hoden bleiben Testosteronproduktion, Sexualfunktion und natürliche Zeugungsfähigkeit nach der Entfernung eines Hodens meistens erhalten, eine Garantie dafür besteht jedoch nicht.
Was bedeutet die Entfernung eines Hodens? Bei einem gesunden zweiten Hoden führt die Entfernung in der Regel weder zu einer verminderten Erektionsfähigkeit noch zu einem Verlust des sexuellen Verlangens; der verbliebene Hoden kann die notwendige Testosteronproduktion meistens vollständig übernehmen. Bei Beschwerden wie ausgeprägter Müdigkeit, Abnahme der Leistungsfähigkeit, vermindertem sexuellem Verlangen oder Erektionsstörungen kann der Hormonstatus erneut kontrolliert werden.
Hodenprothese. Auf Wunsch kann eine Hodenprothese eingesetzt werden, die das Aussehen und Gewicht des entfernten Hodens im Hodensack ersetzt, jedoch keine hormonelle oder fortpflanzungsmedizinische Funktion besitzt. Sie kann entweder während derselben Operation oder zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt werden; ob eine Prothese gewünscht wird, ist eine persönliche Entscheidung, die vor dem Eingriff in Ruhe besprochen wird.
Behandlung im Stadium I
Im Stadium I ist der Tumor auf den Hoden begrenzt, und nach der Entfernung des betroffenen Hodens sind Bildgebung und Tumormarker unauffällig. Viele Patienten sind bereits durch die Operation geheilt; ob eine zusätzliche Behandlung notwendig ist, hängt insbesondere davon ab, ob ein Seminom oder Nicht-Seminom vorliegt und welche feingeweblichen Risikofaktoren festgestellt wurden.
Seminom im Stadium I. Nach der Operation ist häufig eine aktive Überwachung die bevorzugte Strategie, mit ärztlichen Kontrollen, Tumormarkerbestimmungen sowie CT- oder MRT-Untersuchungen nach einem festgelegten Plan. Aktive Überwachung bedeutet nicht, nichts zu tun – sie vermeidet eine möglicherweise unnötige zusätzliche Behandlung, setzt aber voraus, dass die vereinbarten Kontrollen zuverlässig eingehalten werden. Tritt ein Rückfall auf, wird dieser durch die strukturierte Nachsorge in der Regel früh erkannt und kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich behandelt werden. In ausgewählten Situationen kann eine einmalige Chemotherapie mit Carboplatin erwogen werden; eine vorbeugende Strahlentherapie wird heute wegen möglicher langfristiger Risiken nicht mehr routinemässig eingesetzt.
Nicht-Seminom im Stadium I. Auch hier kann eine aktive Überwachung möglich sein. Ein wichtiger Risikofaktor ist der Nachweis von Tumorzellen in Blut- oder Lymphgefässen des entfernten Hodens – ist eine solche Gefässinvasion vorhanden, ist das Rückfallrisiko höher. Abhängig vom individuellen Risiko und den persönlichen Präferenzen kommen aktive Überwachung, ein vorbeugender Zyklus einer BEP-Chemotherapie (eine Kombination der Medikamente Bleomycin, Etoposid und Cisplatin) oder in seltenen, ausgewählten Situationen eine Operation der Lymphknoten im hinteren Bauchraum infrage. Nutzen und mögliche kurz- und langfristige Nebenwirkungen werden vor der Entscheidung ausführlich besprochen.
Fortgeschrittene Erkrankung und ausgezeichnete Heilungschancen
Hat sich der Tumor in Lymphknoten oder andere Organe ausgebreitet, richtet sich die Behandlung danach, ob ein Seminom oder Nicht-Seminom vorliegt, nach der Ausdehnung der Erkrankung, der Höhe der Tumormarker, den betroffenen Organen, der individuellen Prognosegruppe und dem Allgemeinzustand des Patienten. Die wichtigste Behandlung ist meistens eine cisplatinhaltige Kombinationschemotherapie, häufig nach dem BEP-Schema; je nach Situation kann eine andere Medikamentenkombination oder eine zusätzliche Operation notwendig sein. Beim Nicht-Seminom können nach der Chemotherapie verbliebene Tumormassen operativ entfernt werden, da sie noch aktives Tumorgewebe oder ein Teratom enthalten können; beim Seminom werden verbleibende Befunde abhängig von Grösse und Entwicklung meist zunächst bildgebend beobachtet. Die Behandlung fortgeschrittener Hodentumoren sollte in enger Zusammenarbeit mit einem erfahrenen interdisziplinären Zentrum erfolgen.
Hodenkrebs gehört zu den am besten heilbaren bösartigen Erkrankungen: Ist der Tumor auf den Hoden begrenzt, liegen die Heilungschancen bei nahezu 100 Prozent. Besonders wichtig ist, dass Hodenkrebs auch dann weiterhin heilbar sein kann, wenn bei der Diagnose bereits Lymphknoten oder andere Organe betroffen sind – anders als bei vielen anderen metastasierten Krebserkrankungen wird die Behandlung deshalb in der Regel weiterhin mit dem Ziel einer vollständigen Heilung durchgeführt. Die individuellen Heilungschancen hängen unter anderem vom Tumortyp, der Ausbreitung, der Höhe der Tumormarker und dem Ansprechen auf die Behandlung ab; moderne cisplatinhaltige Chemotherapien ermöglichen jedoch selbst bei fortgeschrittener Erkrankung häufig eine dauerhafte Heilung. Die Diagnose von Metastasen bedeutet bei Hodenkrebs also ausdrücklich nicht, dass nur noch eine lindernde Behandlung möglich ist – entscheidend sind eine rasche, konsequente Therapie und die Betreuung in enger Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Hodentumorzentrum.
Nachsorge
Nach Abschluss der Behandlung erfolgen regelmässige Kontrollen nach einem festgelegten Nachsorgeplan. Diese können eine ärztliche Untersuchung, die Selbstuntersuchung des verbliebenen Hodens, die Kontrolle der Tumormarker, CT- oder MRT-Untersuchungen, die Kontrolle des Testosteronspiegels bei entsprechenden Beschwerden, eine Beratung zu Fruchtbarkeit und Familienplanung sowie die Erfassung möglicher Langzeitfolgen der Behandlung umfassen. Nach einer Chemotherapie wird langfristig insbesondere auf Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, Nierenfunktion, Gehör, Nervenschäden und hormonelle Veränderungen geachtet; gesunde Ernährung, regelmässige Bewegung, Nichtrauchen sowie die Kontrolle von Blutdruck und Blutfetten sind für ehemalige Hodenkrebspatienten besonders wichtig.
Veränderungen der Hoden betreffen einen sehr persönlichen Bereich und werden aus Unsicherheit oder Scham manchmal über längere Zeit verdrängt. Für uns gehört ihre Beurteilung zum urologischen Alltag – wenn Sie eine neue Verhärtung, einen Knoten, eine Grössenzunahme oder eine andere auffällige Veränderung eines Hodens feststellen, warten Sie bitte nicht ab. Auch eine neu auftretende Vergrösserung der männlichen Brust oder anhaltende Rücken- und Bauchschmerzen können Anlass für eine Untersuchung sein. Die meisten tastbaren Veränderungen sind gutartig, und mit einer kurzen Untersuchung und einem Ultraschall lässt sich die Situation meistens rasch und zuverlässig klären. Wird ein Hodentumor festgestellt, koordinieren wir die weitere Diagnostik und Behandlung in enger Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Zentrum und berücksichtigen dabei neben der Heilung auch den Erhalt von Fruchtbarkeit, Hormonfunktion, Sexualität und Lebensqualität.